Ist Fairtrade wirklich fair?

Fairtrade Teesorten, Kaffee und Schokolade. Verbraucher können heute aus einem breiten Sortiment an fair gehandelten Produkten auswählen. Doch wie wirkt sich diese als fair bezeichnete Bezahlung letzendlich auf das Leben der Kleinbauern aus? Ein kleiner Einblick in die Strukturen des fairen Handels erlaubt es jedem sich selbst eine Meinung darüber zu bilden.

Was bedeutet Fairtrade genau?

Im Dschungel in ThailandDer Begriff Fairtrade definiert die Handelsbeziehungen zwischen Entwicklungsländern und Industriestaaten auf Grundlage der Richtlinien des fairen Handels. Diese umfassen Mindestpreise für die betreffenden Produkte, um damit den Erzeugern und deren Beschäftigten ein Leben mit einem gesicherten Existenzmimimum zu ermöglichen. Der ursprüngliche Sinn dieser Massnahmen lag darin, die Schwächsten in der Produktionskette zu stärken und die für die Produkte wie gesunder Tee, eine gerechtere Verteilung der Erlöse zu erreichen. In den Anfängen stand die Fairtrade Bewegung unter dem Motto Handel statt Hilfe und stellte einen neuen Ansatz in der Entwicklungshilfe für die dritte Welt dar. Muss der Kunde sich in der Regel darüber Gedanken machen, wie schädliche aromatisierter Tee sein wird, so bringt Fairtrade auch gesunde Produkte in die Regale.

Ist Fairtrade immer Bio?

Fairtrade und Bio können zwar Hand in Hand gehen, müssen aber nicht immer identisch sein. Fakt ist nämlich, dass nur der Einsatz einiger Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel für den Anbau von Fairtrade Produkten als verboten gelten. Ein genereller Verzicht auf Pestizide ist jedoch nicht vorgesehen. Dennoch haben viele Abnehmer von Produkten aus Fairtradeherstellung von den in den letzten Jahre gestiegenen Absätzen von Bioprodukten eine lukrative Nische gefunden. Die Verbraucher zeigten ihre Wertschätzung für Bioprodukte auch in der Bezahlung höherer Preise für alle an der Herstellung beteiligten Personen. Durch gezielte Förderung wurden viele Kleinbauern und Erzeugern dazu veranlasst in eine ökologische Landwirtschaft zu investieren, um den hohen Anforderungen für Bioprodukte gerecht zu werden. Fairtrade Teesorten stammen so bereits zu über 75 Prozent aus biologischem Anbau.

Wie fair ist Fairtrade wirklich?

In der Realität sind natürlich auch die Produzenten von Fairtrade Produkten an Angebot und Nachfrage gebunden. Deshalb sind bereits im Vorfeld nicht alle Produkte dafür geeignet um vom fairen Handel zu profitieren. Da die höheren Löhne für Bauern, Arbeiter und andere an der Herstellung beteiligten Probleme schlussendlich an die Verbraucher weitergegeben werden liegen die Preise zwar über dem Durchschnitt, dürfen jedoch nicht so hoch sein, dass die Waren in den Supermarktregalen liegenbleiben. Daher wird zwar das Ziel erreicht den Menschen ein gesichertes Existenzminimum zu ermöglichen, der Lebensstandard in den Industrienationen bleibt für diese Personen dennoch weiterhin Utopie. Zudem bleiben auch die Abhängigverhältnisse nur unter anderen Vorzeichen weiter bestehen, denn sollte die Partnerschaft im Rahmen des Fairtrades scheitern bleibt vielen Bauern keine andere Möglichkeit als ihre Waren wieder zu niedrigeren Preisen an Großunternehmer und Co zu verkaufen.

Betti Schorz

Ich bin Betti Schorz, Betreiberin dieses Blogs. Meine Leidenschaften schließen u.a. Yoga, Malen und Gesundheit ein. Sie finden mich jetzt auch bei Google+: Google - ich freue mich immer auf Ihre Kommentare und Kooperationsanfragen!

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