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Pflegereform 2014 – die wichtigsten Fragen

Im Mittelpunkt der Pflegereform steht der Pflegebedürftigkeitsbegriff. Dabei soll der Kreis der Menschen, die Pflegeleistungen in Anspruch nehmen können, neu festgelegt werden. Insgesamt ist die Gewährung höherer Leistungen geplant.

 

Menschen unterstützen sich gegenseitig

Wie funktioniert es, wenn man gepflegt werden muss?

Warum ist die Pflegereform nötig?

Momentan wird von Gutachtern, die zum Medizinischen Dienst der Krankenkassen gehören, überprüft, welche Tätigkeiten die Pflegekräfte für den hilfsbedürftigen Menschen leisten müssen. Dazu gehören Verrichtungen wie beispielsweise die Körperpflege, Hilfestellungen während des Essens oder die Unterstützung beim Gehen. Je nach Umfang der benötigten Pflegeleistungen wird nach dem derzeitigen Verfahren eine Eingruppierung in eine von drei Pflegestufen vorgenommen. Zahlreiche Pflegebedürftige werden von der Einstufung in diese Pflegestufen mit ihren individuellen Einschränkungen aber nicht ausreichend erfasst. Menschen, die an Demenz leiden oder mit Einschränkungen hinsichtlich ihrer Wahrnehmungsfähigkeit leben müssen, erhalten momentan keine Leistungen von der Pflegeversicherung. Auch psychische Probleme werden mit Hilfe der momentanen Regelung nicht erfasst. Es ist allerdings seit dem Jahr 2008 möglich, dass Menschen, die in ihren Fähigkeiten eingeschränkt sind, 100 oder 200 Euro für ihre Betreuung beantragen können. Die Abrechnung dieser Vergütung mit der Pflegekasse erfolgt durch eine anerkannte Person. 2013 wurde eingeführt, dass demenzkranke Menschen, die einen erheblichen Betreuungsbedarf haben, Pflegegeld von der Pflegekasse erhalten. Auch die Gewährung von Sachleistungen ist möglich.

Die Pflege im Minutentakt soll ganzheitlicher werden

Nach der jetzigen Regelung hängt die Eingruppierung in eine der drei Pflegestufen davon ab, wie lange sich eine Pflegekraft pro Tag um den hilfsbedürftigen Menschen kümmert. Diese Pflegeleistungen werden danach abgerechnet, wie viele Minuten für die jeweiligen Tätigkeiten benötigt werden. Zur Grundpflege zählen beispielsweise Essen, Waschen sowie Treppensteigen. Nur Menschen, die anhand dieser Berechnung 46 Minuten Pflege pro Tag brauchen, werden vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen in Pflegestufe 1 eingruppiert. Die jeweiligen Pflegeleistungen werden dabei in sogenannte Minutenwerte eingeteilt. Das bedeutet, dass vom Pflegepersonal pro Hilfeleistung nur eine genau festgesetzte Anzahl von Minuten vergütet wird. Bei der Zahnpflege sind dies beispielsweise fünf Minuten.

Was soll sich ändern?

Die bisher üblichen drei Pflegestufen werden voraussichtlich durch fünf Pflegegrade ersetzt. Anhand von acht Bereichen soll in Zukunft festgestellt werden, welche Tätigkeiten die hilfsbedürftigen Menschen noch selbst verrichten können. Zu diesen acht Bereichen zählen geistiges Leistungsvermögen, Beweglichkeit, die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, das Aufrechterhalten sozialer Kontakte und die Medikamenteneinnahme. Die Pflege im Minutentakt kann ganzheitlicher ausgerichtet werden.

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